Landvolk bringt eigene Lösungen für Trockenzeiten und Starkregen ein

L P D –  Zum Weltwassertag am Wochenende richtete sich der Blick vieler Menschen auf den verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser – ein Thema, mit dem sich auch das Landvolk seit Langem intensiv beschäftigt. Passend dazu zeigt die Landwirtschaft konkrete Wege auf, wie Wasser künftig besser in der Landschaft gespeichert und genutzt werden kann.

Denn der Eindruck nach einigen Regentagen täuscht: Die Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes belegen, dass der Winter 2025/2026 insgesamt deutlich zu trocken war. Mit rund 135 Litern pro Quadratmeter wurden bundesweit nur etwa drei Viertel der früher üblichen Niederschlagsmengen erreicht. Auch Niedersachsen blieb mit rund 130 Litern pro Quadratmeter unter dem langjährigen Mittel, während gleichzeitig mehr Sonnenstunden registriert wurden.

Für die Landwirtschaft ist diese Entwicklung eine zentrale Zukunftsfrage. Weniger gleichmäßiger Regen und häufigere Starkregenereignisse erschweren die Wasserversorgung insbesondere auf den sandigen Böden Nordwestdeutschlands. „Für uns ist es wichtig, wie wir in Anbetracht des geringeren Gesamtniederschlags beziehungsweise der zunehmenden Starkregenereignisse zukünftig den Niederschlag auffangen können, denn unsere Sanddosen in Niedersachsen haben zu wenig Wasser“, erklärt Detlef Kreye, Kreisvorsitzender des Landvolkverbandes Oldenburg.

Das Landvolk versteht sich dabei ausdrücklich als Ideengeber. Landwirtschaft sei zwar ein bedeutender Wassernutzer, führe das Wasser – im Gegensatz zu anderen Entnehmern – jedoch im natürlichen Kreislauf wieder zurück. Ziel sei es daher, Niederschläge stärker vor Ort zu halten, statt sie ungenutzt abfließen zu lassen. Um praxisnahe Lösungen zu prüfen, besuchten Vertreter des Kreislandvolkverbandes Oldenburg gemeinsam mit der Hunte Wasseracht und der Forstbetriebsgemeinschaft Oldenburg-Delmenhorst ein Oberflächenwasserpumpwerk bei Satuelle in Sachsen-Anhalt. Dort wird Wasser aus einem Fließgewässer kontrolliert entnommen, über einen offenen Kanal zu Verrieselungsflächen geleitet und langfristig dem Grundwasser zugeführt. Sensoren steuern die Entnahme, während das Wasser über Jahre hinweg wieder in die natürlichen Speicher gelangt. Dieses Wasser erreicht nach wenigen Jahren die Trinkwasserförderbrunnen und wird in die öffentliche Trinkwasserversorgung eingespeist.

Für Kreye zeigt das Beispiel eine übertragbare Perspektive: „Übertragen auf die Hunte: Das Prinzip ist simpel, man muss einen haben, der das macht!“ Nach Einschätzung des Landvolks bieten insbesondere Geestflächen im Norden und Westen des Huntetals geeignete Voraussetzungen für eine solche Grundwasseranreicherung. Entscheidend seien nun Investitionen, Kooperationen mit Wasserversorgern und politische Unterstützung. Im niedersächsischen Umweltministerium wird aktuell über neue Wasserversorgungskonzepte beraten – nicht abgerufene Mittel könnten hierfür genutzt werden.

Auf diese Weise können landesweit zusätzliche Kapazitäten zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen geschaffen werden. „Die Wassermengen lassen sich in Waldgebieten vergleichsweise einfach verrieseln, sodass keine Flächen für Speicherbecken benötigt und gleichzeitig Verdunstungsverluste vermieden werden. Dadurch entstehen sichere Wachstumsbedingungen für Pflanzen, und es kommt – anders als in Trockenjahren – nicht zu Nährstoffüberschüssen, die ins Grundwasser gelangen könnten. Gleichzeitig leistet dieses Vorgehen einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherung“, führt Kreye aus.

Die Botschaft des Landvolks zum Weltwassertag ist damit eindeutig: Landwirtschaft bringt sich aktiv mit eigenen Konzepten ein – damit Wasser auch künftig dort bleibt, wo es gebraucht wird: in der Landschaft. (LPD 23/2026)

Silke Breustedt-Muschalla

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