Bestände der Winterungen stehen sehr gut da / Zwischenfrüchte für Aussaat wichtig

L P D – „Die Bestände sind top und sehen sehr gut aus. Winterweizen, -gerste und -raps sind sehr gut aufgelaufen. Das stimmt froh. Jetzt darf es nur keinen harten Frost ohne schützende Schneedecke geben. Das wäre nicht so gut für die Pflanzen“, zeigt sich der Vorsitzende des Ausschusses Pflanzen im Landvolk Niedersachsen, Karl-Friedrich Meyer, zuversichtlich. Der bislang milde Winter hat die sogenannten Winterungen auf Niedersachsens Ackern in eine gute Startposition gebracht, und auch die Zwischenfrüchte sorgen für eine gute Vorbereitung des Bodens für die kommende Aussaat im Frühjahr von Mais und Zuckerrübe, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

„Es gibt kaum noch Acker, die Wind, Schnee und Regen ungeschützt ausgesetzt sind. Wenn aktuell auf dem Acker massiges Grün zu sehen ist, dann sind das die Zwischenfrüchte“, erklärt Pia Bömer, Pflanzenreferentin beim niedersächsischen Landesbauernverband. Diese dienen nicht nur dazu die Bodenstruktur zu verbessern, sondern auch den Wasserschutz durch biologische Konservierung von Nährstoffen zu fördern. „Dazu gehört beispielsweise der Senf, der im Herbst gelb blüht und daher gerne mit dem Raps verwechselt wird. Dieser sorgt allerdings im Frühjahr für leuchtend gelbe Felder“, erklärt Bömer den Unterschied. Laut der neuen GAP-Auflagen darf ab 2023 keine Ackerfläche mehr unbegrünt sein. „Nahezu alle Landwirte planen daher Zwischenfrüchte bei der Aussaat ein. Der Senf friert nun bei Minus-Temperaturen runter und wird nach dem Winter untergearbeitet“, beschreibt Bömer eine der wichtigen Funktionen der sogenannten Zwischenfrüchte oder Zwischenfruchtmischungen, wie Ölrettich, Phacelia oder Ramtillkraut. 

Wintergetreide hingegen wird zwischen Mitte September und Mitte November gesät, sodass aufgrund der recht milden Witterung schon jetzt statt erst im Februar kleine Pflanzenbüschel zu sehen sind. „Frost ist uns Landwirten aber auch willkommen, denn er sorgt nicht nur für das erwünschte Absterben der Zwischenfrüchte, sondern trägt ebenfalls zur Bodenverbesserung bei. Das Wasser, das im Boden ist, dehnt sich bei Frost aus und sprengt die Bodenkrümel auseinander. Durch diese Frostgare wird der Boden feinkrümelig – ganz ohne Maschinen- und Energieeinsatz“, erklärt der Landwirt und Pflanzenexperte aus dem Weserbergland, Meyer. „Zu viel Frost und eisiger Wind allerdings würden die zarten Pflanzen der Winterungen bedrohen. Der Raps kann beispielsweise Sonnenpelle bekommen. Davor würde eigentlich eine isolierende Schicht aus Schnee schützen, doch der ist im Augenblick nach dem kurzen Intermezzo wohl nicht zu erwarten. Aber im Februar ist noch alles möglich, wie der Februar 2021 gezeigt hat“, sieht Meyer mit einem zuversichtlichen Blick auf den Acker. (LPD 07/2022)

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