Internationaler Frauentag weist am 8. März auf Fortschritte und Ungleichheiten hin

L P D – Der Internationale Frauentag am 8. März steht für Fortschritte und zugleich für bestehende Ungleichheiten. Ein Blick auf die Landwirtschaft zeigt: Frauen leisten Enormes – sind jedoch weiterhin strukturell benachteiligt. „Mich begeistert jedes Jahr aufs Neue der Weg von der Aussaat bis zur Ernte. Diese Verantwortung für Natur und Lebensmittel tragen Frauen genauso – und sie verdienen dafür die gleiche Anerkennung,“ sagt Dorothee Möller aus Hessisch Oldendorf, Mitglied im Arbeitskreis landwirtschaftlicher Unternehmerinnen, dem Landvolk-Pressedienst.

In Deutschland arbeiten laut Statistischem Bundesamt rund 876.000 Menschen in der Landwirtschaft. Etwa 310.000 davon sind Frauen – das entspricht 35 Prozent. Damit liegt ihr Anteil deutlich unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt von 47 Prozent über alle Berufsgruppen. Besonders gering ist er in Führungspositionen: Nur 11 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe werden von Frauen geleitet. Im EU-Durchschnitt sind es rund 32 Prozent – Deutschland zählt damit zu den Schlusslichtern. Auch weltweit zeigt sich ein ähnliches Bild: Nach Angaben der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) sind etwa 38 Prozent der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte Frauen, in Sub-Sahara-Afrika 47 Prozent.

Neben diesen Zahlen bestehen konkrete Missstände: fehlender Mutterschutz für selbstständige Landwirtinnen, Lücken in der sozialen Absicherung sowie eine hohe mentale Belastung durch die Doppelverantwortung von Betrieb und Familie. „Frauen bringen Mut, Kreativität und ein sehr umsichtiges unternehmerisches Denken in die Betriebe ein. Diese Stärken müssen sichtbarer werden – und sich auch in fairen Rahmenbedingungen widerspiegeln“, fordert Katharina Wellner aus Jerstedt, die sich ebenfalls im Unternehmerinnen-Arbeitskreis im Landvolk Niedersachsen engagiert. Viele Frauen tragen längst unternehmerische Verantwortung auf den Höfen – aber rechtlich und gesellschaftlich werden sie noch zu selten als gleichberechtigte Geschäftspartnerinnen wahrgenommen.

Dabei wächst der weibliche Nachwuchs: In den „grünen Berufen“ liegt der Frauenanteil bei rund 25 Prozent, im Ausbildungsberuf Landwirt/in bei etwa 23 Prozent – mit steigender Tendenz. In den Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften sind inzwischen rund 61 Prozent der Studierenden weiblich. Am 8. März geht es daher nicht nur um Anerkennung, sondern um faire Rahmenbedingungen und echte Gleichstellung. (LPD 18/2026)

Alisha Trilling

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