Tag des offenen Hofes

Am 8. März ist Weltfrauentag – Landfrauen veranstalten Aktionswoche

L P D – Frauen sind selbstständig, sehr gut ausgebildet, hoch motiviert und arbeiten meist mit viel Herzblut in ihren Berufen. Trotzdem haben sie oft Existenzängste. Denn sie verdienen einfach zu wenig. In keinem einzigen Wirtschaftszweig erhalten Frauen mehr Geld pro Stunde als Männer. Auch nicht in der Landwirtschaft. Vielmehr ist es auch heute noch oft üblich, dass Bauernhöfe von den Vätern an die Söhne weitergegeben werden. Ihre eingeheirateten Ehefrauen arbeiten dann meist als „mithelfende Familienangehörige“ ohne dafür Lohn oder Gehalt zu erhalten und ohne dass für sie Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt werden. Darauf weist der Landvolk-Pressedienst zum Weltfrauentag am 8. März hin.

„Mir persönlich liegt die Absicherung der Frauen auf den Höfen sehr am Herzen“, sagt Elfriede Werdermann, Geschäftsführerin beim Landwirtschaftlichen Kreisverein Grafschaft Bentheim. Noch vor ein paar Jahren sei darauf kein Wert gelegt worden, das ändere sich jetzt zum Glück. „Da würde ich mir wünschen, dass die jungen Familien und vor allem die Frauen sich Gedanken machen und dabei auch gerne meine und unsere Beratung in Anspruch nehmen, bevor sie zum Beispiel auf einen Hof einheiraten“, wirbt sie für ihre Arbeit und steht damit beispielhaft für das Angebot der 35 Landvolk-Kreisverbände in Niedersachsen.

Neben dem langjährigen Einsatz für die Rechte der Frauen auf dem Lande, weist der Landfrauenverband Weser-Ems aufgrund der aktuellen Situation besonders auch auf die Frauen hin, die unter Krieg leiden. „Es sind die Frauen und Kinder, die besonders betroffen sind, sei es durch Flucht, Vertreibung oder Gewalt, die den Frauen angetan wird“, sagt Ina Janhsen, Präsidentin vom Landfrauenverband Weser-Ems. Am Weltfrauentag gelte die Solidarität der Landfrauen gerade diesen Frauen. „Wir beten für sie“, sagt Janhsen.

Der niedersächsische Landfrauenverband Hannover (NLV) macht den Weltfrauentag in einer ganzen Aktionswoche in den sozialen Netzwerken zum Thema. Geplant sind unter anderem Podcasts, Porträts und Videostatements. „Sind Männer und Frauen in der Praxis gleichberechtigt? Ganz klar: Nein“, sagt NLV-Präsidentin Elisabeth Brunkhorst. Der Weltfrauentag werde auch in Zukunft gebraucht, um auf das Ungleichgewicht aufmerksam zu machen. „Vor allem müssen aber alle Männer und Frauen gemeinsam an 365 Tagen darauf hinwirken, dass unsere Kinder diesen Tag nicht mehr begehen müssen“, fordert sie. (LPD 18/2022)

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