Rainer Göllner aus Heemsen öffnet am 9. Juni seinen Hof

L P D – Spargel- und Erdbeerbauern gibt es einige in Niedersachsen, die ihr Handwerk von der Pike auf gelernt haben und die Abläufe vom Anbau über die Ernte bis hin zur Verpackung und Vermarktung perfektioniert haben. Aber nur einer hat deutschlandweit einen eigenen Stand auf dem Großmarkt: Rainer Göllner aus Heemsen im Landkreis Nienburg. Er schlägt sich derzeit die Nächte um die Ohren, um Lebensmitteleinzelhändler und Wochenmarktbeschicker auf dem Großmarkt direkt und ohne Zwischenhändler mit frischem Spargel zu beliefern. „Die Hälfte unserer Ernte verkaufe ich selbst auf dem Hamburger Großmarkt, die andere Hälfte geht an Gaststätten beziehungsweise direkt an die Verbraucher“, sagt Göllner, der Restaurants in Hannover und Bremen beliefert und in der ganzen Region Verkaufsstände bestückt.

Am 9. Juni öffnet er seine Hoftore, um seinen Kundinnen und Kunden die Möglichkeit zu geben, die gesamte Produktionskette anzusehen. „Die Leute sollen einen schönen Tag haben und mit einem guten Gefühl wieder nach Hause fahren“, lautet seine Motivation, bereits zum dritten Mal am Tag des offenen Hofes teilzunehmen. Aus den Vorjahren weiß er, dass die rund 2.500 Besucherinnen und Besucher dem Landwirt grundsätzlich wohlgesonnen sind, aber auch kritische Fragen stellen. „Ich stelle mich jeder Diskussion“, hat Göllner sich daher vorgenommen. Sei es über den Sinn von Folien auf Spargeldämmen, über die Arbeitsbedingungen der Erntehelfer oder den Umgang mit den Spargelabschnitten. Die Menschen seien sehr interessiert.

Den ganzen Tag über finden daher Führungen zu den Themen Spargel, Erdbeeren und Frühkartoffeln statt und das während des laufenden Betriebs. „Die Leute, die sonst an der Bude in Bremen ihren Spargel kaufen, wollen den Laden hier ja mal sehen“, lautet Göllners Erfahrung, der bereits in der fünften Generation Spargelbauer ist. Ein Spargelmenü werde jedoch nicht aufgetischt. Die Kinder seien mit Eis zufrieden und die Erwachsenen mit einer Bratwurst. „Wir sind ja hier immer noch Bauern und keine Gastronomen“, versucht er den Aufwand für das öffentlichkeitswirksame Event in Grenzen zu halten.

Für den Landwirt steht die Informationsvermittlung im Vordergrund. „Wir müssen die Verbraucher mitnehmen und davon überzeugen, dass das gut und richtig ist, was wir hier machen“, beschreibt Göllner seine Art des „positiven Protests“. Auf seinem Hof werden Berufskollegen jedoch auch zu den Bauernprotesten im Frühjahr Stellung nehmen und Fragen zu ihren Höfen beantworten. Mit Hähnchenmästern und Milchviehhaltern runden damit auch andere landwirtschaftliche Betriebszweige das Bild der aktuellen Landwirtschaft ab. Denn ein Landwirt, der 50 Hektar Spargel, 50 Hektar Frühkartoffeln und Erdbeeren im Gewächshaus anbaut und vor allem über gewachsene Strukturen direkt vermarktet, ist schon etwas Besonderes.

Der Tag des offenen Hofes wird unterstützt durch die VGH Versicherung, die Öffentliche Versicherung Oldenburg, die Ostfriesische Landschaftliche Brandkasse und die Öffentliche Versicherung Braunschweig. Auf der Internetseite www.tag-des-offenen-hofes-niedersachsen.de sind alle Informationen auf einen Blick zusammengefasst und auch die einzelnen Höfe aufgeführt. (LPD 40/2024)

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Wiebke Molsen

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