Palu-Richtlinie des Bundes soll Wiedervernässung der Moorböden fördern
L P D – Ein Teil der Moorböden in Niedersachsen soll aus Klimaschutzgründen wiedervernässt werden. Das Problem: Der hohe Wasserstand würde eine Nutzung wie bisher als Weide für Kühe, Mähwiese oder Ackerland verhindern. Nach den Plänen des Bundesumweltministeriums sollen zukünftig die Wiedervernässung entwässerter Moorböden und der Anbau sogenannter Paludikulturen gefördert werden. In einer Paludikultur werden auf wiedervernässsten Moorböden Torfmoose, Nassgräser oder Schilf für die stoffliche Nutzung angebaut.
Bislang mangelt es jedoch an funktionierenden Wertschöpfungsketten für das Erntegut aus Paludikulturen, und die Entwicklung von Erntemaschinen steht erst am Anfang. Mit der Förderrichtlinie für Paludikultur will das Bundesumweltministerium (BMUKN) im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) zeitnah ein neues Förderprogramm starten, mit dem die nasse Bewirtschaftung von Moorböden unterstützt werden soll. Bei der Sitzung der Arbeitsgruppe Moorbauern des Landvolk Niedersachsens stellte ein BMUKN-Vertreter die wesentlichen Ziele des Programms vor, das sich derzeit in der EU-Notifizierung befindet und voraussichtlich im April veröffentlicht wird.
Die neue Richtlinie soll die Beratung der Eigentümer und Bewirtschafter von Moorböden und die Wiedervernässung fördern sowie den damit verbundenen Wertverlust der Flächen kompensieren. Die Bewirtschafter sollen für die entgangenen Deckungsbeiträge für einige Jahre Kompensationszahlungen erhalten. Auch die Aufbereitung und Vermarktung der Paludikulturen soll bezuschusst werden, um jährlich 2,25 Mio. Tonnen Treibhausgasemissionen einzusparen. Mit dem anstehenden Förderprogramm will das BMUKN Anreize für eine freiwillige Vernässung von Moorböden schaffen. Auch die Nutzung durch Moor-Photovoltaik sei nach einer Wiedervernässung erlaubt.
Die Reaktion und Fragen der anwesenden Landwirte waren kritisch. „Entscheidend wird sein, das während der Laufzeit von 20 Jahren eine wirtschaftliche Nutzung entstanden ist“, sagte Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender der AG Moorbauern. Er ermutigte die Landwirte, sich über das Wertschöpfungspotenzial des Förderangebots zu informieren. „Wichtig ist, dass das Geld den Bewirtschaftern zugutekommt und nicht schon in den Planungsprozessen verschwindet“, betonte er. Zudem kam unter den Landwirten die Frage auf, welche Bürde sie mit der Wiedervernässung ihren Nachfolgern hinterlassen.
„Die Wiedervernässung steht als Last im Grundbuch und ist nicht umkehrbar“, verdeutlichte Padeken, der selbst in der Wesermarsch auf Moorböden einen Milchviehbetrieb bewirtschaftet. Die Mitglieder der AG Moorbauern forderten daher einen Baukasten mit Alternativen zur Wiedervernässung, insbesondere die Untersuchung des Klimaschutzpotenzials von Deckkulturen und Baggerkuhlungen sollte durch das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz gefördert werden. (LPD 25/2026)

