Portrait von Georg Meiners – Vorsitzender Ausschuss für Tierseuchen

L P D – „Wir nutzen alles, was sich lohnt. Aber der eigene Kopf sollte schon immer noch oben bleiben“, verfolgt Georg Meiners beim Thema Digitalisierung einen pragmatischen Ansatz. Der Landwirt bewirtschaftet in Freren einen 125 Hektar großen Hof mit Schwerpunkt Milchviehhaltung, Jungviehaufzucht und Futterbau. Rund 160 Milchkühe gehören zum Betrieb des Diplom-Ingenieurs für Landbau, der nach seinem Studium eine Ausbildung als Kaufmann im Groß- und Außenhandel absolviert hat, weil er ursprünglich nicht als Hofnachfolger vorgesehen war. Was ihn an seinem Beruf besonders begeistert, bringt der Vater von vier mittlerweile erwachsenen Kindern klar auf den Punkt: „Das selbstständige unternehmerische Handeln und der Arbeitsplatz zuhause bei der Familie.“

Neben der praktischen Landwirtschaft engagiert sich Meiners seit vielen Jahren intensiv ehrenamtlich. Er ist Mitglied im Vorstand des Landvolks Niedersachsen, Präsident der Vereinigung des Emsländischen Landvolks (VEL). Weitere Funktionen übernimmt er unter anderem als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Tierseuchenkasse, in der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, im Vorstand der Katholischen Landvolk-Hochschule Oesede sowie in der Kommunalpolitik als Mitglied des Stadt- und Samtgemeinderates Freren. Beim Landvolk Niedersachsen ist er Vorsitzender des Ausschusses für Tierseuchen: „Das Thema ist für uns als Tierhaltungsregion besonders wichtig!“

Den Herausforderungen der Landwirtschaft begegnet Meiners mit einer selbstbewussten Grundhaltung. Die Rolle der Landwirte habe sich in den vergangenen Jahren zwar stetig verändert, dennoch blickt er optimistisch nach vorn. „Für die Zukunft sehe ich gute Chancen. Unsere jungen Landwirte sind exzellent ausgebildet, die werden das schon machen“, lenkt er den Blick auf die duale Ausbildung des Nachwuchses, die ihm besonders am Herzen liegt. Er hat im Laufe der Jahre festgestellt, dass es egal ist, ob seine Auszubildenden aus der Landwirtschaft kommen oder nicht und ob sie weiblich oder männlich sind. „Die Motivation ist entscheidend“, betont der 66-Jährige. Auch er selbst geht mit offenen Augen durchs Leben. „Innovation entsteht, indem ich immer wieder mein Tun hinterfrage und mich wo immer es geht mit Berufskollegen und anderen Experten austausche“, sagt Meiners.

Gesellschaftlichen Veränderungen steht der Landwirt offen gegenüber, verbindet Offenheit jedoch mit klaren demokratischen Grundsätzen. Durch zahlreiche Auslandsaufenthalte kennt er zudem den internationalen Blick auf die deutsche Landwirtschaft. „Es ist überwiegend so, dass die deutsche Landwirtschaft dort bewundert wird“, lautet seine Erfahrung. Vorurteile und das Kleinreden der Leistungen lässt er deshalb nicht gelten. Umso wichtiger ist ihm die gesellschaftliche Anerkennung seines Berufsstandes dafür, sichere Lebensmittel bereitzustellen. Nachhaltigkeit versteht Meiners in dem Zusammenhang nicht als Trend, sondern als berufliche Selbstverständlichkeit. „Landwirte sind quasi von Berufs wegen schon nachhaltig“, betont er. An die Politik richtet er daher einen klaren Wunsch: „Dass sie uns unsere Arbeit machen lässt und nicht ständig mit neuen Vorschriften um die Ecke kommt.“ (LPD 13/2026)

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